Brennwert von Holz – ein praxisnaher Ratgeber

Der Brennwert, auch Heizwert genannt, sollte zum Grundwissen jedes Ofenbesitzers gehören. Er ist die zentrale Kenngröße bei der Auswahl des richtigen Brennholzes. Wir bringen Ihnen die Grundlagen nahe, damit Sie das Beste aus unseren Wäldern in Ihren Ofen bekommen.

Das sagt der Holzbrennwert aus

Der Brennwert gibt Antwort auf die Frage: „Wieviel Energie (und damit Wärme) erhalte ich aus der gelieferten Brennholz Menge X?“.  Er kann sich dabei etweder auf das Gewicht oder auf den eingenommenen Raum (Volumen) beziehen. Er wird zumeist in den Einheiten kWh/kg bzw. kWh/Srm (Schüttraummeter) angegeben.

Achtung: Der ermittelte Brennwert wird im Ofen nicht vollständig an den Raum als Wärme abgegeben. Es entstehen nämlich Verluste bei der Vebrennung z.B. durch die Abgabe eines Anteils der Wärme über den Schornstein nach draußen. Bei einem modernen Kachelofen können Sie von einer tatsächlichen Umsetzung von etwa 70-80% des Heizwertes in nutzbare Wärme ausgehen. Man spricht vom Wirkungsgrad des Ofens.

Warum ist Der Brennwert wichtig

Ganz einfach: weil Holz nicht gleich Holz ist. Es gibt verschiedenste Faktoren welche einen Einfluss auf den Brennwert und damit auf die Kaufentscheidung haben:

  • Holzart
  • Dichte (bei Angabe des Brennwerts über Volumen)
  • Welche Menge anderer Stoffe enthalten sind wie z.B. Wasser oder Asche

Zudem ist der Brennwert ein praktisches Mittel um die Heizkostenpreise verschiedener Energieträger wie Gas oder Heizöl vergleichbar zu machen.

Einflussfaktoren auf den Brennwert

Die Holzart

Energiemenge von reinem Nadel- und Laubholz:

Energiemenge [kWh/kg] bei 0% Feuchte
Nadelholz 5,4
Laubholz 5,0

Bei der Lagerung nimmt der Brennwert minimal ab um unter 1% pro Jahr. Durch die höhere Menge an Lignin (hoher Energiewert) und Harzen in Nadelhölzern haben diese ca. 8% mehr Brennwert. Die Art des Holzes fällt also nicht so sehr ins Gewicht, wie man vielleicht vermuten würde. Der Unterschied zeigt sich umso mehr an der Dichte.

Dichte

Die Dichte ist die Masse bezogen auf das Volumen eines Stoffes. Mit anderen Worten: Wenn eine Art Holz weniger Platz bei gleichem Gewicht einnimmt als eine zweite Art, so hat sie eine höhere Dichte. Dies ist bei Laubbäumen der Fall, die eine höhere Dichte aufweisen als Nadelbäume. Im Umkehrschluss kommt man also z.B. mit einem Schüttraummeter Buche länger aus als mit der gleichen Menge Fichtenholz. Andererseits ist Buchenbrennholz aber auch teurer, da Buchen langsamer nachwachsen.

Die in einer bestimmen Menge eines Stoffes enthaltene „chemisch gebundene“ Energie. Die „Menge“ kann z.B. das Volumen oder die Masse des Stoffs sein. Wikipedia-Artikel zum Brennwert

Die Sache mit der Dichte hat einen Haken: Holz ist nie ein reiner einzelner Stoff mit der Dichte X. Ein Baumstamm eines lebenden Baumes besteht beispielsweise zum größten Teil aus Wasser! Was das für Auswirkungen hat, wird im nächsten Abschnitt beleuchtet.

Der Feuchtigkeitsanteil im Brennholz*

Bekanntlich sollte die Feuchtigkeit von Holz bei der Verbrennung so gering wie möglich sein. Jeder Tropfen im Wasser reduziert nämlich den Gesamtbrennwert eines Stück Holzes. Nicht nur dadurch, dass Wasser einfach nicht brennt. Es „frisst“ sogar einen Teil der Energie des brennenden Holzes auf, weil es verdampft wird. Vergleichbar ist das mit dem Aufkochen von Wasser, wo ja auch viel Energie benötigt wird, was das Wasser irgendwann von flüssig zu gasförmig umwandeln lässt.

Die Feuchtigkeit wird normalerweise in Prozent des Gesamtgewichtes ausgedrückt, was als Feuchteanteil bezeichnet wird. Beträgt dieser beispielsweise 25 Prozent, so enthält jedes Kg Holz 200g reines Wasser.

Frisch geschlagenes Holz hat mit seiner Feuchtigkeit von ca. 60% einen um etwa 70% geringeren Brennwert. Durch Lagerung im Trockenen wird die Feuchtigkeit je nach Holzsorte nach zwei bis drei Jahren bis auf etwa 20% reduziert (Die ideale Lagerung von Scheitholz haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben). Wie wichtig ein geringer Wasseranteil ist zeigt diese Tabelle für Buchen-, Eichen-, Kiefer- und Fichtenholz.

Diagramm des Verhältnisses der Restfeuchtigkeit zum Brennwert für verschiedene Holzarten
Die Feuchtigkeit im Brennholz hat den größten Einfluss auf den Brennwert.

Empfohlen wird landläufig, eine maximale Feuchtigkeit von 15-20% zu haben. Heutzutage lässt sich die Feuchtigkeit auch als Privatperson relativ einfach und zuverlässig selbst prüfen mit einem Feuchtigkeitsmessgerät. Am Markt gibt es günstige Modelle schon ab 20€ die für den Heimgebrauch ideal sind. Ein für Brennholz gut geeignetes Feuchtemessgerät von Laserliner hat Conrad im Programm. Führen Sie die Messung an einer frisch gespaltenen inneren Stelle des Holzes durch, so ist der angezeigte Wert recht genau.

Haben Sie kein Feuchtemesser zur Hand, deuten folgende Punkte grob auf gut getrocknetes hin:

  • Viele Risse an den Enden der Scheite oder Stämme, wie im Bild dargestellt
  • Rinde lässt sich leicht lösen

Rinde

Neben den genannten spielt aber noch ein weiteres Element eine nicht unbedeutende Rolle für den realen Heizwert des Kaminholzes: die Holzrinde. Wie jeder es leicht selbst ausprobieren kann, ist die Rinde nach dem Nachlegen eines Scheits bei den meisten Holzarten relativ schnell verschwunden. Tatsächlich hat sie einen etwa ca. 5 bis 10% geringeren Brennwert als die jeweilige Holzart selbst (bei besonders Harzigen Holzarten kann er auch etwas höher als vom Holz sein). Zudem bleibt von der Rinde mehr Asche zurück als vom restlichen Holz. Fragen Sie im Zweifel nach, ob das angebotene Brennholz mit Rinde verkauft wird und diese in der Mengenberechnung berücksichtigt ist.

Brennwerttabelle

Alles Beschriebene liefert ein solides Hintergrundwissen, auf was die Brennwertangaben basieren. Für die meisten Holzabnehmer sind zum  Brennholzkauf Orientierungswerte jedoch völlig ausreichend, siehe Tabellen unten. Sie zeigen Brennholzarten und ihre Brennwerte bei unterschiedlichen Feuchteanteilen.

Tabelle: Heizwerte von 1 Tonne (1.000 Kg) Holz (Näherungswerte)

  Feuchtigkeit (%) Gewicht reines Holz Gewicht Wasser kWh
Fichte 15% 0,85 0,15 4380
30% 0,68 0,30 3388
45% 0,55 0,45 2621
Buche 15% 0,85 0,15 4024
30% 0,69 0,30 3255
45% 0,55 0,45 2478

 

Heizwerttabelle und Dichte für ein Schüttraummeter (Srm) Brennholz

Feuchtigkeit

Dichte [kg/Srm]

 

Heizwert [kWh/Srm]

 

Buche Eiche Kiefer Fichte Buche Eiche Buche Kiefer Fichte
20 % 277 280 216 188 1.048 1.062 1.048 867 759
30 % 316 320 246 216 1.022 1.034 1.022 846 740
40 % 369 374 287 251 986 998 986 818 716
50 % 443 449 345 302 936 948 936 780 682

Quelle: http://www.fao.org/3/a-i4441e.pdf (FOOD AND AGRICULTURE ORGANIZATION OF THE UNITED NATIONS)

Wussten Sie, dass…

 

…sich Holz ab einer Feuchtigkeit von 70 bis 80% nicht mehr entzünden lässt, weil die erzeugte Energie geringer ist als zur Verdunstung des Wasser benötigt wird?

 

 

…es gesetzlich vorgeschrieben ist welche Feuchtigkeit Brennholz maximal haben kann, damit es im Ofen verbrannt werden darf? In Deutschland sind das 20 %.

 

 

*Hinweis:
In der Fachwissenschaft sind Brennwert und Heizwert nicht dasselbe. Der Brennwert berücksichtigt die gesamte freigesetzte Energiemenge vom Brennholz wenn die enthaltene Feuchtigkeit flüssig ist. D.h. unter der „freigesetzten Energie“ fällt auch die Energie welche in die Verdampfung des Wassers geflossen ist (Arbeit zur Änderung Aggregatszustandes) Der Heizwert dagegen bezieht diese Energie nicht ein. Dieser Wert ist der wirklich nutzbare Wert durch typische Kaminöfen (diese können die Energie des Wasserdampfes nicht nutzen). In der Praxis wird daher lediglich der Heizwert verwendet.

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