Scheitholz – was ist das und was ist zu beachten?

Scheitholz – was ist das und was ist zu beachten?

Das Heizen mit Holz wird immer beliebter. Ein wesentlicher Grund dieses Trends liegt darin, dass die Preise für Heizöl oder Gas kontinuierlich steigen. Daher befassen sich viele Menschen mit dem Gedanken, sich einen Holzofen anzuschaffen. Dieser muss dann natürlich auch mit Brennholz oder Briketts betrieben werden. Wenn es um das Thema Brennholz geht, taucht auch immer wieder der Begriff Scheitholz auf. Um ein wenig Klarheit in diese Begriffe zu bringen, ist vielleicht eine nähere Erklärung sinnvoll.

Was ist Scheitholz?

Als Scheitholz wird das Holz bezeichnet, das als Brennholz verwendet wird. In den meisten Fällen wird es aus den dickeren Ästen einer Baumkrone hergestellt. Beim Baum fällen werden die Stämme sowie die besonders dicken Äste als Nutzholz verarbeitet. Daraus werden unter anderem Bauteile zur Herstellung von Echtholzmöbeln oder auch Furniere erzeugt. Dafür eignen sich jedoch nur gerade Stämme und Äste, die möglichst wenig Astlöcher aufweisen. Jedes Stück Holz eines gefällten Baums, das nicht den hohen Anforderungen zur Weiterverarbeitung entspricht, wird als Brennholz genutzt. Daraus werden Holzscheite hergestellt. Das ist äußerst sinnvoll, weil auf diese Weise überhaupt keine Abfälle entstehen.

Vor- und Nachteile von Holzscheiten zu Briketts

Feuerholz wird aus Bäumen hergestellt. Daher handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff. Es ist natürlich und verbrennt bei sachgemäßer Anwendung sehr effizient. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass es deutlich günstiger ist als Briketts. Insbesondere dann, wenn das Brennholz selbst hergestellt wird, ist es unschlagbar günstig.

Briketts haben den Vorteil, dass sie sehr viel Energie freigeben können. Zudem weisen sie eine kompakte Bauform auf und sorgen über einen langen Zeitraum für wohlige Wärme. Viele Menschen, die einen Holzofen besitzen, heizen mit Holz und Briketts gleichzeitig. Bei der Verbrennung von Briketts entsteht aber kein loderndes Feuer wie beim Scheitholz. Jeder, der einen Holzofen mit einer Glastür besitzt, möchte natürlich auch den Anblick des Feuers genießen.

So entsteht das Scheitholz

Das Holz, das in einem Wald zur Herstellung von Brennholz freigegeben ist, wird zunächst in Längen von jeweils einem Meter gesägt. Die einzelnen Holzscheite werden dann in einer Höhe von einem Meter aufgestapelt. Damit sie an den Enden nicht vom Stapel rollen, werden dort Pflöcke in den Boden gerammt. Dann braucht nur noch die Länge des Holzstapels ausgemessen zu werden. Daraus ergibt sich dann die Menge in Raummeter. In den meisten Wäldern wird das Holz, das zum Heizen genutzt wird, in Raummeter berechnet.

Es gibt Unterschiede zwischen einem Festmeter und einem Raummeter. In Festmetern wird das Holz berechnet, das noch nicht in Scheite gesägt wurde. Dazu muss der Durchmesser sowie die Länge des Baumstamms bekannt sein. Aus diesen Maßen wird dann mit der Formel einer Zylinderberechnung die Größe in Festmeter berechnet. Wird dann jedoch das gesägte Scheitholz aufgestapelt, befinden sich zwangsläufig zwischen den einzelnen Scheiten Hohlräume. Als Faustregel gilt, dass aus einem Festmeter Feuerholz etwa 0,7 Raummeter Scheitholz entsteht.

Aus Holzscheiten wird Brennholz

Nachdem die Holzscheite vermessen und bezahlt worden sind, müssen sie aus dem Wald nach Hause abtransportiert werden. Auf einen kleinen Pkw-Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 Kilogramm lässt sich etwa ein Raummeter Brennholz transportieren. Manchmal bieten aber auch Landwirte an, das Feuerholz mit einem Traktor und einem Anhänger gegen Erstattung der Kosten zu transportieren.

Sobald die Holzscheite zu Hause angekommen sind, ist es erforderlich, sie auf die gewünschte Länge zu sägen. Soll daraus Kaminholz werden, weisen die einzelnen Scheite eine Länge von etwa 50 Zentimetern auf. Daher brauchen die Scheite, die zuvor auf eine Länge von einem Meter gesägt wurden, nur ein einziges Mal in der Mitte gesägt werden. Soll das Brennholz nicht als Kaminholz dienen, sondern in einem Holzofen genutzt werden, werden die Scheite auf eine Länge von 25 bis 33 Zentimeter gesägt. Das bedeutet, die zuvor einen Meter langen Holzscheite werden zwei bis dreimal gesägt. Diese Arbeit ist mit einer geeigneten Brennholzsäge schnell erledigt.

Das Brennholz spalten

Das Holz ist in der Regel viel zu dick, um es in einem Holzofen nutzen zu können. Deshalb muss es zuvor gespalten werden. Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Wahl. Viele Besitzer eines Ofens oder eines Kamins spalten das Feuerholz mit einer sogenannten Spaltaxt. Das ist jedoch eine schweißtreibende Arbeit, die auch zu einem Muskelkater führt. Es gibt aber auch sehr viele Menschen, denen die Arbeit mit einer Spaltaxt große Freude bereitet.

Für jeden, der sich nicht so intensiv körperlich betätigen möchte, eignet sich ein Holzspalter sehr gut. Ein solches Gerät spaltet die Holzscheite mittels hydraulischer Kraft. Mit einem solchen Gerät lässt sich in kurzer Zeit eine große Menge Brennholz spalten. Aus diesem Grund lohnt sich die Anschaffung eines Holzspalters für jeden, der seine Wohnung in erster Linie mit Holz heizt.

Übrigens: wussten Sie , dass bestimmte Holzarten nicht frisch gespalten werden sollten? Bei manchen Arten tut man sich wesentlich leicht, wenn zunächst die kurzen Holzstämme ungespalten getrocknet werden, da die Axt je nach Dichte des Holzes weniger WIderstand hat.

Die richtige Lagerung ist enorm wichtig

Die Holzscheite sollte auf jeden Fall trocken gelagert werden. Die beste Möglichkeit besteht darin, einen Schuppen dafür zu errichten. Dieser sollte jedoch nicht mit einem Betonfußboden und gemauerten Wänden versehen sein. Deutlich besser eignet sich ein Schuppen, der aus Holz hergestellt ist. Ein solcher Schuppen sollte auch nicht hermetisch abgedichtet sein. Eine ausreichende Luftzirkulation ist vorteilhaft und beschleunigt den Trocknungsprozess der Holzscheite.

Bevor die Holzscheite verwendet werden können, müssen sie mindestens zwei Jahre lang trocken gelagert werden. Im Fachhandel und auch in vielen Baumärkten sind kleine Geräte erhältlich, mit denen die Feuchtigkeit im Holz gemessen werden kann. Die Restfeuchtigkeit im Feuerholz sollte auf jeden Fall weniger als 25 Prozent betragen. Nur dann verbrennt das Holz mit hoher Effizienz.

Wie viel Feuerholz wird benötigt

Die erforderliche Menge zum Heizen auf die Wohlfühltemperatur ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen, ob ausschließlich mit Holz geheizt wird und wie hoch die persönlich bevorzugte Temperatur sein soll. Zum anderen natürlich auch von der Größe und Isolation der Wohnung. Als Faustregel gilt, dass zum Heizen einer Wohnung die Wohnfläche in m² mit dem Faktor 0,2 multipliziert wird. Das Ergebnis ist dann die Menge, die an Schüttraummetern Holzscheit benötigt wird. Bei einem Schüttraummeter handelt es sich um die Menge in einem Behälter, der einen Rauminhalt von einem Kubikmeter fasst. In diesen wird dann das ofenfertige Holz lose geschüttet.

Um einen Schüttraummeter Brennholz herzustellen, sind ungefähr 0,7 Raummeter erforderlich. Es ist vielleicht angebracht, es an einem Rechenbeispiel näher zu erklären. Hat die zu heizende Wohnung eine Fläche von 50 Quadratmetern, so wird für die gesamte Heizperiode eines Jahres eine Menge von zehn Schüttraummetern benötigt. Daraus ergibt sich, dass sieben Raummeter Holz hergerichtet werden müssen. Ist der Holzofen jedoch nicht die alleinige Wärmequelle, dann verringert sich der Verbrauch deutlich.

Wo gibt es Scheitholz?

Es gibt mittlerweile sehr viele Brennholzhändler, die sowohl Kaminholz als auch ofenfertiges Feuerholz anbieten. Diese liefern es zumeist auch an, sodass der Kunde es nur noch an den geeigneten Lagerplatz bringen müssen. Einige Händler bieten auch schon abgelagertes (ofenfertiges) Brennholz an. Dieses kann dann sofort zum Heizen benutzt werden. Das ist für jeden interessant, der keine ausreichend großen Lagermöglichkeiten hat.

Es ist aber auch möglich, sich das Holz selbst zu schlagen. Einen Baum fällen braucht man dazu nicht zu können, was ohne entsprechende Erfahrung gefährlich und in vielen Gemeinden auch nicht erlaubt ist. Das erledigen die professionellen Forstarbeiter. Es ist aber erforderlich, einen Kettensägenführerschein zu besitzen, wenn mit einer Kettensäge das Holz im Wald weiterverarbeitet werden soll. Zudem wird zur Herstellung von Feuerholz sehr viel Zeit benötigt. Neben einer Kettensäge sowie des Kettensägenscheins sind noch weitere Dinge erforderlich. Dazu gehören:

  • Geeignete Schutzkleidung
  • Betriebsstoffe und Ersatzketten für die Kettensäge
  • Transportmöglichkeit
  • Holzspalter oder Spaltaxt
  • Brennholzsäge
  • Ausreichend großer Lagerraum

Sind alle diese Dinge vorhanden, steht der Herstellung vom Scheitholz nichts mehr im Wege. Was auch nicht unerwähnt bleiben sollte, ist das angenehme Gefühl, am Abend das lodernde Feuer im Holzofen zu genießen. Dabei kommt dann stets das Bewusstsein, die Holzscheite mit eigener Kraft hergestellt zu haben.

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