Wie man die richtige Brennholzart für den Holzofen findet

Wie man die richtige Brennholzart für den Holzofen findet

Sie sind dabei Kaminholz zu besorgen und fragen sich welche Brennholzart eignet sich am besten für meinen Kaminofen? Auf was muss ich beim Kauf sonst noch achten?

Diese und weitere Fragen beantworten wir umfassend in unserem Artikel.

Der Holzhandel unterscheidet in Hart- und Weichholz

Harthölzer wie Buchen, Eichen oder Eschen benötigen viel Zeit zum Wachsen. Das Holz ist besonders schwer, kompakt und faserdicht.
Weichhölzer wie Kiefer oder Fichte wachsen schneller als Laubbäume und sind nach einer kürzeren Wachstumszeit schlagreif. Als Brennholz werden beide Holzarten verwendet.

Wissenswert: Bäume wie die Schwarzkiefer oder einige Lärchenarten sind zwar Nadelbäume, liefern aber nicht immer Weichholz und umgekehrt liefern Laubbäume wie Pappeln, Weiden und Linden nicht immer Hartholz.

Die Maßeinheit im Brennholzhandel

Der Raummeter (rm) oder Ster (st) ist die räumliche Maßeinheit im Holzhandel. Der Unterschied zwischen einen Raummeter Fichtenholz und einen Raummeter Buchenholz liegt im unterschiedlichen Brennwert der Hölzer.
Mit Holzbrennwert pro Raummeter (rm)* wird die größtmögliche Menge erzielbarer Heizwärme bei der Holzverbrennung bezeichnet. Der Heizwert der Weichhölzer liegt etwa 10 Prozent unterhalb des Holzbrennwertes von Hartholz. Fichtenholz mit einem niedrigeren Brennwert verbrennt schneller, damit steigt demzufolge der Holzverbrauch an.

Als Faustregel gilt: Je schwerer und härter das Holz ist, umso höher ist der Holzbrennwert (bei gleichem Feuchtigkeitsanteil).

Die Eigenschaften von Laubhölzern

Laubbäume werden in der Regel als Hartholz bezeichnet. Sie weisen einen hohen Brennwert auf. Steht der Brennwert im Fokus Ihres Interesses, ist Laubholz die richtige Wahl. Naturgemäß sind Laubbäume kaum verharzt, rußen deshalb weniger und brennen gleichmäßiger ab als Weichhölzer. Ein Scheit Laubholz, zum Beispiel das der Buche, brennt deutlich länger als weiches Fichtenholz und ergibt mehr Wärme. Die Gefahr durch Funkenflug entsteht beim Abbrennen von Hartholz nicht, es ist aber schwerer anzuzünden. Im offenen Kamin liegen Sie bei der Verwendung von Laubhölzern auf der sicheren Seite.

Die manuelle Verarbeitung von Hartholz ist anstrengender als die von Weichholz. Bearbeiten Sie das Holz ohne entsprechende Maschinen, dann ist beim Zersägen und Spalten deutlich mehr Zeit und Kraft aufzuwenden.

Unser Tipp: Berücksichtigen Sie bei der Einlagerung die größere Belastung der Stützen oder Regale durch das hohe Gewicht des Brennholzes.

Die Eigenschaften von Nadelhölzern

Nadelbäume liefern in den meisten Fällen Weichholz. Der Brennwert ist im Vergleich zu Hartholz niedriger. Das Nadelholz enthält Stoffe wie Harze und Fette. Dadurch entstehen beim Verbrennen Funken, prasselnde und knisternde Geräusche und Gerüche. Und genau dieses Szenario strahlt für die meisten Menschen romantische Gemütlichkeit vor dem Kamin aus.

Leichte Holzarten sind leichter zu verarbeiten und entzünden sich beim Anfeuern schnell. Sie müssen häufiger Nachlegen, weil das leichte Brennholz auch schneller verbrennt.

Welche Eigenschaften muss gutes Feuerholz aufweisen?

Die Auswahl der passenden Brennholzart zum Befeuern des Kaminofens richtet sich nach den Anforderungen, die es erfüllen soll. Wird der Holzofen in erster Linie als Wärmequelle genutzt, ist es anzuraten, vorwiegend härtere Hölzer zu verbrennen. Harthölzer sind in der Regel meist im Kauf teurer, aber der Brennwert ist auch deutlich höher.

Unser Tipp: Kaufen Sie beim Brennholzhändler beide Brennholzarten als gemischtes Paket. Das leichte Holz eignet sich gut zur Anfeuerung des Ofens. Das harte Holz gibt beim Verbrennen mehr Wärme ab.

Die Kombination der Hölzer ermöglicht eine bessere Kontrolle der Temperatur im Ofen und die Wärmeentwicklung hält länger an. Das Heizen mit unterschiedlichen Hölzern bewirkt zudem eine vollständige Verbrennung.

Achten Sie beim Kauf besonders auf die Feuchtigkeit des Holzes. Am zuverlässigsten verbrennt trockenes Holz. Ist das Holz zu feucht, verbraucht es beim Verbrennen zusätzliche Energie, um die enthaltene Feuchtigkeit zu verdampfen.

Nur trockenes Holz verbrennen: Prüfen Sie schnell und einfach die Feuchtigkeit des Brennholzes, indem Sie einen Nagel in das Holzscheit drücken. Geht das Prozedere leicht vonstatten, dann ist das Holz noch zu Feucht, um gut zu verbrennen.

Welche Holzsorten werden als Kaminholz angeboten?

Der Brennholzhändler bietet eine große Auswahl an Hölzern. Besonders eignen sich Laubholzsorten wie Birke, Buche, Eiche, Erle, Pappel, Robinie und Obstbaumholz, falls verfügbar.

Nadelbaumarten, die sich als Brennholz eignen.

Fichtenbrennholz

Fichten sind überall in Deutschland verbreitet. Die Fichten wachsen schnell und werden gerne in Monokultur angepflanzt. Das Fichtenholz ist das beliebteste Brennholz.
Fichtenholz ist als Brennmaterial für den offenen Kamin aber nur bedingt geeignet. Das enthaltene Harz produziert einen explosionsartigen weitreichenden Funkenschlag. Die Gefahr, dass in der Nähe stehende Möbel zu brennen beginnen, ist groß.

Aufgrund der leichten Brennbarkeit entzündet es sich schnell und eignet sich deshalb ausgezeichnet als Anzündholz. Der Brennwert liegt bei cirka 1500 KWh/rm. Der Kaufpreis ist im Vergleich mit anderen Hölzern geringer. Fichtenscheite lassen sich unkompliziert lagern und trocknen schnell.

Kieferbrennholz

Als anspruchsloser Baum wächst die Kiefer auch auf Sandböden in nördlichen Gebieten. Sie wird bevorzugt in Monokultur angepflanzt. Das Holz der Kiefer ist wie das Fichtenholz harzhaltig. Als Nadelgehölz ist es ein vergleichsweise harter aber dennoch leichter Brennstoff. Der Brennwert liegt im mittleren Bereich bei cirka 1700 KWh/rm.

Tannenbrennholz

Die Tanne ist mit etwa 40 Arten im südlichen Mitteleuropa und Südosteuropa angesiedelt. Bei uns wächst vorwiegend die Weißtanne. Sie bildet tief reichende Wurzeln aus und kommt somit auch auf schweren Böden zurecht. Sie hat Ähnlichkeiten mit der Fichte mit dem Unterschied, dass die Tanne nicht harzt. Das Holz wird gerne als Anzündholz verwendet. Der Brennwert von Tannenholz liegt bei cirka 1400 KWh/rm.

Laubbaumarten, die sich als Brennholz eignen

Birkenbrennholz

Die um die 100 Birkenarten gedeihen auf der Nordhalbkugel, in Europa, Nordamerika, in Asien und Japan. Birken zählen zu den schnell wachsenden Laubbäumen. Sie wachsen etwa 80 cm im Jahr. Das Holz ist leicht und widerstandsfähig. Beim Verbrennen mit einer schönen bläulich gefärbten hellen Flamme entwickelt es einen angenehmen Geruch. Für offene Kamine ist das Birkenholz gut geeignet. Es entsteht kein Funkenflug. Der Brennwert von Birkenholz liegt bei cirka 1900 KWH/rm.

Buchenbrennholz

Die Buche ist ein Laubbaum und in ganz Mitteleuropa heimisch. Sie wächst pro Jahr etwa einen halben Meter. Das harte und feinfasrige Buchenbrennholz wird deutschlandweit im Holzhandel gerne gekauft. Es ist bei den Kaminbesitzern sehr beliebt, und das zu Recht.

Buchenholz entwickelt kaum Funkenflug, hat einen ausgezeichneten Heizwert und verbrennt mit schön anzusehender Flamme. Diese Holzart wird wegen seines angenehmen Geruches gerne auch zum Räuchern von Fleisch und Fisch verwendet. Der hervorragende Brennwert von cirka 2100 KWh/rm macht es zum beliebtesten Kaminholz.

Eichenbrennholz

Weltweit sind ungefähr 600 Arten von Eichenbäumen bekannt. Davon finden sich in Mitteleuropa allerdings die wenigsten. Von allen genannten Laubbäumen ist das Holz der Eiche das härteste. In der Regel wird das Holz der Eiche gewählt, wenn das Hauptaugenmerk auf der Gewinnung von Wärme liegt. Das Eichenholz kommt auch wegen der enthaltenen Gerbsäure meist nur in abgeschlossenen Ofensystemen zum Einsatz. Bei offenem Kaminfeuer ist Buchenholz am beliebtesten.

Die im Holz enthaltene Gerbsäure führt bei geringem Luftzug zu braunen Flecken und zu unangenehmen Geruch im Kamin, der Kamin versottet. Wie das Buchenholz weist das Eichenholz einen sehr guten Brennwert von cirka 2100 KWh/rm auf.

Erlenbrennholz

Die Erle, auch Schwarzerle genannt ist europaweit und in Asien und in Afrika verbreitet. Das Holz der Erle wird als Holz für offene Kamine geschätzt. Es entwickelt sich praktisch kein Funkenflug und brennt mit einer intensiv leuchtenden Flamme. Der Brennwert des Erlenholzes liegt bei cirka 1500 KWh/rm. Das Holz wird meist zu Hackschnitzeln verarbeitet.

Pappelbrennholz

Der Laubbaum, die Pappel, ist ein robuster und schnell wachsender Baum. Pappeln werden in Plantagen angebaut, die sich auf die Produktion von Energieholz als nachwachsenden Rohstoff spezialisiert haben.

Das Laubholz der Pappel eignet sich ebenso wie das der Fichte sehr gut für das Entzünden des Feuers. Mit Pappelholz erreichen Sie zügig die gewünschte Wärme.

Der Brennwert von Pappelholz liegt mit cirka 1500 KWh/rm im niedrigeren Bereich. Zu Hackschnitzel verarbeitet wird es zur Anfeuerung eingesetzt.

Robinienbrennholz

Auf der Nordhalbkugel ist die Robinie weit verbreitet. In Europa ist die aus Nordamerika eingeführte Gewöhnliche Robinie zu finden. Das Robinienholz wiegt schwer und ist besonders widerstandsfähig. Das Holz des Laubbaumes ist nicht weit verbreitet und schwierig zu bekommen. Es bieten nur wenige Holzhändler zum Kauf an. Robinienholz weist wie das Buchen- und Eichenholz einen sehr guten Brennwert von cirka 2100 KWh/rm auf.

Brennholz von Obstgehölzen

Obstgehölze liefern einen geringen bis mittleren Brennwert von 1700 bis 2000 KWh/rm. Das Holz ist schwer zu bearbeiten. Es verlangt einen hohen Kraftaufwand es manuell zu spalten.

Welche Holzart ist als Kaminholz am besten geeignet?

Hölzer mit den unterschiedlichsten Eigenschaften werden vom Brennholzhändler angeboten. Auch beim Holzkauf ist wie bei vielen anderen Dingen die Mischung der Holzsorten das Geheimnis für ein schön anzusehendes und ausreichend Wärme produzierendes Feuer.

Unser Tipp: Kaufen Sie nicht nur Hartholz wie Buche oder Eiche. Ein Teil Weichhölzer wie Fichte oder Tanne sind eine gute Ergänzung. Weichhölzer bringen das Feuer im Kamin in Gang. Sie sind leicht entzündlich und brennen gut. Das gewährleistet eine saubere Verbrennung der nachfolgenden Hartholzscheite.

Ist Kaminasche als Dünger verwertbar?

Hölzer enthalten einen großen Teil an Mineralstoffen, den sie aus dem Boden ziehen. Bei der Holzverbrennung entsteht als Rückstand Asche. Asche enthält Mineralstoffe wie Kalzium, aber auch Magnesium, Eisen, Kalium, Natrium, Zink und Bor.

Wer Asche als Dünger verwenden möchte, sollte unbedingt den pH-Wert des zu düngenden Bodens und den des Pflanzenbewuchses kennen. Kaminasche ist aufgrund des hohen Kalziumgehaltes, dem sogenannten Brandkalk, stark basisch. Nicht jede Pflanze gedeiht auf diesem Boden.

Für einen besseren Pflanzenwuchs auf Lehmboden kann die Kaminasche zur Verbesserung eingesetzt werden. Dennoch ist Vorsicht geboten, die Asche im Garten auszubringen, denn man kennt die Inhaltsstoffe und deren Konzentration in der Asche nicht genau. Unter anderem können gesundheitsschädliche Schwermetalle enthalten sein, die den Boden eher vergiften als ihn aufzuwerten.

Meterstücke oder zugeschnittenes Holz kaufen?

Mit Meterstücken, also Stammholz können Sie die Länge der Holzscheite auf die Größe des eigenen Kaminofens zuschneiden. Berücksichtigen Sie dabei den Zeit- und Kraftaufwand, der zu investieren ist. Die Arbeit mit entsprechenden Maschinen erleichtert das Zuschneiden und Spalten des Holzes.

Der Brennholzhändler bietet fertig zugeschnittenes Holz in unterschiedlichen Längen von 25 cm, 33 cm und 50 cm an. Es kann sofort zur Kaminanfeuerung eingesetzt werden. Die meisten Brennholzhändler liefern das Holz direkt an seinen Bestimmungsort.

Nachhaltige Waldwirtschaft im Fokus

Der Wald erfüllt die vielfältigsten Aufgaben für uns Menschen und unsere Umwelt. In Deutschland überziehen etwa 32 Prozent der Gesamtfläche Wald. Die heutige Waldwirtschaft leistet mehr als nur die Erfüllung der Nachfrage des Holzbedarfs. Sie garantiert die gegenwärtige und zukünftige ökologische, ökonomische und nachhaltige Nutzung. Die Vergangenheit hat gezeigt, klimatische Bedingungen und die Wald- und Forstwirtschaft sind eng miteinander verknüpft.

Die Frage nach robusten und anpassungsfähigen Bäumen heute steht im Fokus der Wald- und Forstwirtschaft. Welche Baumart eignet sich am besten für den Umbau des Waldes?

Auf einer bundesweiten Fläche von zwar cirka 42 Prozent wachsen vorwiegend in Monokultur flach wurzelnde Fichten. Dieser Baumbestand ist besonders anfällig und hat geringe Chancen den Klimawandel zu überleben.

Der Orkan Kyrill hat uns gezeigt, dass Naturgewalten massive Schäden in den Fichtenwäldern anrichten. Der Verlust betrug damals mehrere Milliarden Euro.

Tief wurzelnde Bäume wie die Robinie überstehen Trockenphasen viel besser. Vonseiten der Experten setzt man auf gesunde Mischwälder aus Laub- und Nadelbäumen. Nur eine biologische Vielfalt sorgt für einen klimastabilen Mischwald.

Ein Kennzeichen, das für eine zukunftsorientierte Waldwirtschaft spricht, ist primär der Aufbau eines Mischwaldes mit standortspezifischen Baumarten.

Die Holznutzung erfolgt ökologisch und ökonomisch orientiert und zukünftig ohne Kahlschlag. Es werden nur Einzelstämme oder Baumgruppen geschlagen. Die Ernte erfolgt mit bodenschonenden Methoden. Die Pflege des Waldbodens geschieht mit erhaltenden Maßnahmen zur Steuerung eines guten Wachstums.

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